Bahnhof Eckartshausen

26.05.2015

Im Hohenloher Tagblatt vom 22.05.2015 wurde eines unserer aktuellen Projekte vorgestellt:

Der 150 Jahre alte Bahnhof in Eckartshausen könnte zu neuem Glanz gelangen. Ein Unternehmer aus Ilshofen will das Gebäude umbauen und 16 Hotelzimmer mit kleinem Lokal darin einrichten.

Nach rund 30 Jahren Stillstand könnte in den Bahnhof von Eckartshausen endlich wieder Leben einziehen. 16 moderne Hotelzimmer sollen entstehen. Bis in die 1980er-Jahre hatte es hier eine Gastwirtschaft gegeben. 

Schon lange hat der Bahnhof in Eckartshausen seinen eigentlichen Zweck verloren. Die Station an der Bahnlinie zwischen Crailsheim und Hessental ist nur noch Haltepunkt mit Fahrkartenautomaten. Seit Jahren gammelt das Jugendstilgebäude vor sich hin. Fenster und Türen sind vernagelt, der Sandstein an vielen Stellen übel verwittert. Der einstige Stolz der Gemeinde und Anschluss an die große weite Welt ist ziemlich verwahrlost.

Claudia und Rüdiger Hofmann aus Ilshofen wollen dem Trauerspiel nun ein Ende setzen. Im vorigen Jahr waren sie zur Stelle, als die Bahn an einem Tag gleich ein Dutzend Bahnhöfe auf einmal versteigerte. Sie ergatterten das "Schmuckstück" in Eckartshausen. Dass es ein Schnäppchen war, möchte Rüdiger Hofmann lieber nicht bestätigen, denn mit dem Umbau sind noch immense Kosten verbunden.

Strenge Vorschriften könnten Umbau schwierig machen

In seiner jüngsten Sitzung begrüßte der Ilshofener Gemeinderat die Pläne der Familie Hofmann und erteilte dem Baugesuch erfreut sein Einvernehmen. Nun sind die Ämter am Zug. Der von 1864 bis 1867 erbaute Bahnhof steht unter Denkmalschutz. Für den Umbau gibt es bestimmte Vorschriften. Andererseits sind für ein Hotel mit Gastronomie auch strenge Brandschutzauflagen zu beachten. "Da müssen sich jetzt die Behörden untereinander einigen", sagt Hofmann, "haben die Fluchtwege mit ausreichender Öffnungsbreite der Türen Vorrang oder der Denkmalschutz?" Sein Architekt, Matthias Polsfut aus Rot am See, hat versucht, beides zu berücksichtigen und an der Ostseite des Gebäudes eine elegant geschwungene Außentreppe als sicheren Fluchtweg vorgesehen. Nun bleibt abzuwarten, ob das Landesdenkmalamt mit der Wendeltreppe und der übrigen Planung einverstanden ist.

"Wir haben großes Interesse daran, das Gebäude originalgetreu wiederherzustellen", versichert Rüdiger Hofmann. Er räumt allerdings ein, dass nur die wenigsten Fenster und Türen noch aus dem 19. Jahrhundert stammen. Auch Teile des Dachgebälks mussten ersetzt werden, weil es einmal gebrannt hat. "Da wurde wohl versucht, den Holzwurm auszuräuchern und dabei hat man aus Versehen die Balken angekokelt." Die Hofmanns haben sogar schon in Archiven gestöbert, um mehr über ihre historische Errungenschaft herauszubekommen. "Wir sind uns der Geschichte des Gebäudes bewusst, betont er und erinnert daran, dass die Bahnlinie zusammen mit der Wasserversorgung auf der Ilshofener Ebene die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region erst möglich gemacht hat.

Wenn mit der Genehmigung alles klappt, soll der alte Bahnhof auf drei Etagen 16 moderne Hotelzimmer bekommen. Rüdiger Hofmann, der Geschäftsführer der Firma Inoclad in Großallmerspann ist, hat häufig aus dem Ausland Kunden oder Mitarbeiter über Nacht unterzubringen, "und dann sind oft schon alle Zimmer in der näheren Umgebung ausgebucht", musste er feststellen. Auch ein nettes Lokal, "wo man abends gemütlich ein Glas Wein trinken kann", will Hofmann einrichten. Noch in den 1980er-Jahren trafen sich die Ortsansässigen zum Stammtisch und zum Kartenspiel in der "Bahnhofswirtschaft", ehe auch die geschlossen wurde.

Quelle: Hohenloher Tagblatt vom 22.05.2015

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